Was?

"Die Linke machte einmal den Fehler anzunehmen, daß sie ein Monopol auf Antikapitalismus hätte; oder umgekehrt: daß alle Formen des Antikapitalismus zumindest potentiell fortschrittlich seien. Dieser Fehler war verhängnisvoll – nicht zuletzt für die Linke selbst.” Moishe Postone, 1974

"Neofaschistische Strömungen in aller Welt gehen... mit dem antisemitischen islamistischen „Widerstandskampf“ konform, obwohl sie gleichzeitig rassistische Stimmungen gegen Migranten aus den islamischen Ländern schüren. Auch große Teile der globalen Linken begannen umstandslos die Glorifizierung des alten „Antiimperialismus“ auf die islamistischen Bewegungen und Regimes zu übertragen. Das kann nur als ideologische Verwahrlosung gekennzeichnet werden, denn der Islamismus steht gegen alles, wofür die Linke jemals eingetreten ist; er verfolgt jedes marxistische Denken mit gnadenloser Unterdrückung und Folter, er stellt Homosexualität unter Todesstrafe und behandelt die Frauen als Menschen zweiter Klasse." Robert Kurz, "Der Krieg gegen die Juden" 2009

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Samstag, 11. August 2012

Das unbekannteste Ereignis des Nahen Ostens


Vielen Dank an Elisabeth Lahusen für die Übersetzung eines Textes von Ron Prosor; erschienen am 7.5.2012 in der Huffingtonpost.
Das unbekannteste Ereignis des Nahen Ostens
In diesem Monat begehen die Vereinten Nationen den Weltflüchtlingstag. Eine Multimediakampagne mit Starbesetzung soll die Aufmerksamkeit auf das Leid der Flüchtlinge lenken. Promis wie Angelina Jolie haben Videospots gedreht. Sie werden im Fernsehen gesendet und in den Sozialnetzwerken verbreitet werden. Millionen werden an Events auf 5 Kontinenten teilnehmen. Es wird Konzerte in London, ein Filmfestival in Beirut, ein Fahrradrennen in Ecuador und vieles mehr geben.
Doch eine Flüchtlingsgruppe wird bei all diesen Veranstaltungen nicht einmal erwähnt werden: Die 850.000 in 6 Jahrzehnten aus den arabischen Ländern vertriebenen Juden.
Deren Geschichte ist zu einem der größten Geheimnisse des 20. Jahrhunderts gemacht worden.
Ende des 2. Weltkrieges lebten mehr als 850.000 Juden in den arabischen Ländern. Heute nur noch ca. 8.500. Das Verschwinden der Juden war beabsichtigt. Nachdem es die arabischen Führer 1948 nicht geschafft hatten, Israel militärisch zu vernichten, starteten sie mit Terror und Hetze eine Vertreibungskampagne ihrer eigenen jüdischen Gemeinden.
Im Irak wurde der jüdische Geschäftsmann Schafiq Adas, damals der reichste Bürger des Landes, auf Grund einer erfundenen Anklage verhaftet und öffentlich gelyncht. Es folgte Bombendattacken auf jüdische Einrichtungen, willkürliche Verhaftungen führender Juden und eine von der Regierung gesteuerte massive Enteignungswelle jüdischen Privateigentums.
Innerhalb weniger Jahre war buchstäblich die gesamte 2500 Jahre alte jüdische Gemeinde des Irak geflohen. Viele der größten Künstler, Musiker und Geschäftsleute des Landes waren weg.
Ähnliches geschah in der gesamten Region, von Ägypten über Syrien, Libyen bis hin zum Jemen. Staatlich angeordnete Pogrome trafen jüdische Viertel. Unschuldige wurden getötet, uralte Synagogen und jüdische Friedhöfe wurden zerstört.
Neue drakonische Gesetze hinderten die Juden an ihrer Religionsausübung und zwangen sie, Stoffzeichen zu tragen, die sie als Juden kennzeichneten. Grundbesitz und persönliches Eigentum im Wert von Milliarden wurden beschlagnahmt. Die Gesamtfläche des in den arabischen Staaten konfiszierten jüdischen Grundbesitzes entspricht mit etwa 40.0000 Quadratmeilen, der fünffachen Fläche des Staates Israel.
Der überwiegende Teil der jüdischen Flüchtlinge aus den arabischen Ländern gelangte nach Israel und verdoppelte in den fünfziger Jahren fast die Bevölkerung. “Die meisten betraten das Land von Milch und Honig ohne Milch und ohne Honig.”
Sie erhielten volle Bürgerrechte. Sie wurden mit ehrgeizigen Integrationsprogrammen empfangen und bis in die höchsten Schichten der Gesellschaft integriert.
Jahre sind vergangen. Aber die Ungerechtigkeit, die man diesen jüdischen Flüchtlingen angetan hat, ist geblieben. Die Welt schwieg und machte sich so zum Komplizen, während die arabischen Regierungen jegliche Erinnerungen an diese Geschichten auslöschten.
Nirgendwo ist diese revisionistische Geschichtsschreibung deutlicher erkennbar als in den Hallen der Vereinten Nationen. Jahr um Jahr ziehen palästinensische Flüchtlinge mehr Aufmerksamkeit und Mittel Seitens der UN auf sich, als Britney Spears auf einem Paparazzitreffen. Aber nicht eine einzige Silbe verlautet über jene jüdischen Flüchtlinge, die aus den arabischen Ländern vertrieben worden sind. Sie werden in keiner einzigen der 1088 UN- Resolutionen zum Thema Nahost erwähnt, während allein 172 UN- Resolutionen den palästinensischen Flüchtlingen gewidmet sind.
Während arabische Führer Zuflucht vor der Realität gefunden haben, waren sie unfähig, den Folgen ihrer eigenen religiösen und sektiererischen Verfolgung, Aufhetzung und Gewalt zu entkommen.
In den Trümmern des früheren jüdischen Viertels von Aleppo unterdrückt das alavitisch gesteuerte Regime Assads heute den von Sunniten angeführten Widerstand in Syrien.
In Ägypten brennt der Mob in der gleichen Weise christliche Kirchen nieder, wie sie es vor Jahren mit den Synagogen getrieben haben.
In Bagdad, wo Juden einst ein Drittel der Bevölkerung stellten, verharren Sunniten und Schiiten nach Jahren des Blutvergießens noch wie Kampfhunde im Ring.
Um eine friedliche Zukunft im Nahen und Mittleren Osten zu schmieden, müssen die arabischen Regierungen endlich die Lehren aus ihrer eigenen Vergangenheit ziehen. Sie müssen Gesellschaften bilden, die alle einschließen, Minderheiten schützen und jedem einen Platz am Tisch der Entscheidungsträger bieten.
Die ersten Schritte zu echtem Pluralismus werden getan sein, sowie die arabischen Länder ihre eigene Geschichte von Verfolgung und Intoleranz anerkennen. Sie sollten damit beginnen, die 850.000 unterschlagenen Geschichten jener Juden aufzudecken, die sie aus ihren historisch angestammten Heimstätten gerissen haben.
Die historische Präsenz von Juden in der Arabischen Welt muss anerkannt werden.
Die schweren Ungerechtigkeiten, die ihnen beigefügt worden sind, müssen eingestanden werden. Die Verbrechen an den Juden müssen aufgedeckt und gesühnt werden.
Ron Prosor ist der Botschafter und ständige Repräsentant Israels bei den Vereinten Nationen
Aus: www.huffingtonpost.com
“The Middle East’s Greatest Untold Story
This month the United Nations marks World Refugee Day, a star-studded, multimedia campaign to raise awareness about the plight of refugees. Yet mention of one group of refugees will be noticeably absent: the 850,000 Jews expelled from Arab countries during the past six decades…”

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