Was?

"Die Linke machte einmal den Fehler anzunehmen, daß sie ein Monopol auf Antikapitalismus hätte; oder umgekehrt: daß alle Formen des Antikapitalismus zumindest potentiell fortschrittlich seien. Dieser Fehler war verhängnisvoll – nicht zuletzt für die Linke selbst.” Moishe Postone, 1974

"Neofaschistische Strömungen in aller Welt gehen... mit dem antisemitischen islamistischen „Widerstandskampf“ konform, obwohl sie gleichzeitig rassistische Stimmungen gegen Migranten aus den islamischen Ländern schüren. Auch große Teile der globalen Linken begannen umstandslos die Glorifizierung des alten „Antiimperialismus“ auf die islamistischen Bewegungen und Regimes zu übertragen. Das kann nur als ideologische Verwahrlosung gekennzeichnet werden, denn der Islamismus steht gegen alles, wofür die Linke jemals eingetreten ist; er verfolgt jedes marxistische Denken mit gnadenloser Unterdrückung und Folter, er stellt Homosexualität unter Todesstrafe und behandelt die Frauen als Menschen zweiter Klasse." Robert Kurz, "Der Krieg gegen die Juden" 2009

Diese Plattform ist ein Zusammenschluss parteiunabhängiger und autonomer linker Gruppen und Personen in Bayern.

Samstag, 27. August 2011

300 MENSCHEN AUF ANTIFA-DEMO GEGEN DEN AL QUDS-TAG

Rund 300 Menschen beteiligten sich an der heutigen antifaschistischen Demonstration, die sich gegen den antisemitischen Marsch am Al Quds-Tag in Berlin richtete. Weitere Infos hier:
http://noalquds.blogsport.de/

Erste Bilder hier: Al Quds Demo und Gegenprotest Berlin 27.08.2011


Auch in Erlangen fand ab 09.30 Uhr ein Infostand statt. Gleich zwei aktuelle, wichtige Themen wurden trotz Regens thematisiert: Solidarität mit dem Jenaer Stadtjugendpfarrer Lothar König, der wegen seiner Anti-Nazi-Aktivität ins Visier der Dresdener Staatsanwaltschaft geraten ist, und der Protest gegen den heutigen Al Quds-Tag in Berlin.


Anwesen war ein Vorstandsmitglied der jüdischen Gemeinde Erlangen, Mitglieder des Wahlvereins Erlanger Linke und Jugendliche vom autonomen Jugendhaus. 
Leider war der Publikumsverkehr wegen des schlechten Wetters nicht so rege, es wurde aber trotzdem einiges an Material losgebracht.  
Highlight war ein junger Mann, der aus der rechten Szene aussteigen will und um Unterstützung bat. Aus der NPD/Junge Nationaldemokraten ist er schon ausgetreten, die haben ihn aber wohl immer wieder belästigt. Er wird selbstverständlich unterstützt.

Pöbeleien und eine Polizeikontrolle gab es auch, aber im Rahmen des Erträglichen. Alles in allem war es recht kurzweilig und erfolgreich, es wurde dann um 13 Uhr schlussgemacht, weil es wieder regnete. (Kurzbericht von Frank Heinze)


Montag, 8. August 2011

Jean Améry, der „ehrbare Antisemitismus“ und die Neue Linke, Vortragsveranstaltung am 11.August 2011 in Landshut


Vortragsveranstaltung am 11.August 2011
19:30Uhr im Infoladen Landshut, Wagnergasse 10
Jean Améry, geb.1912 als Hans Mayer in Wien, aufgewachsen im katholischen Bad Ischl, 1938 nach Belgien emigriert, als Résistancekämpfer in der Festung Breendonk gefoltert und nach Auschwitz deportiert, veröffentlichte mit „Jenseits von Schuld und Sühne“ 1966 eine erste autobiographisch-essayistische Analyse seiner Opfer-Existenz. Zahlreiche Essays und zeitgeschichtliche Beiträge folgten. In einer permanenten kritischen Revision des eigenen Werks erklärt Améry seine Hinwendung zum Existenzialismus als identitären Rettungsanker des eben befreiten Auschwitzhäftlings, das Unbehagen ob der „abgesagten Revolution“ von 1968 und der Hinwendung zum Strukturalismus. Sein Ressentiment gegenüber „diesem friedlichen, schönen, von tüchtigen und modernen Menschen bewohnten Lande“ mitsamt seiner, sich dem „ehrbaren Antisemitismus“ verschreibenden neuen Linken erscheint mehr als 30 Jahre nach seinem Freitod luzide und von erschreckender Aktualität.
Am 11.August soll ein Einblick in Amérys Werk gegeben werden, insbesondere in Hinblick auf seine Überlegungen zu jüdischer Identität, antideutschem Ressentimentseine Kritik der Neuen Linken und des Strukturalismus. Es referiert die Genossin Theresa Schmidt.