Was?

"Die Linke machte einmal den Fehler anzunehmen, daß sie ein Monopol auf Antikapitalismus hätte; oder umgekehrt: daß alle Formen des Antikapitalismus zumindest potentiell fortschrittlich seien. Dieser Fehler war verhängnisvoll – nicht zuletzt für die Linke selbst.” Moishe Postone, 1974

"Neofaschistische Strömungen in aller Welt gehen... mit dem antisemitischen islamistischen „Widerstandskampf“ konform, obwohl sie gleichzeitig rassistische Stimmungen gegen Migranten aus den islamischen Ländern schüren. Auch große Teile der globalen Linken begannen umstandslos die Glorifizierung des alten „Antiimperialismus“ auf die islamistischen Bewegungen und Regimes zu übertragen. Das kann nur als ideologische Verwahrlosung gekennzeichnet werden, denn der Islamismus steht gegen alles, wofür die Linke jemals eingetreten ist; er verfolgt jedes marxistische Denken mit gnadenloser Unterdrückung und Folter, er stellt Homosexualität unter Todesstrafe und behandelt die Frauen als Menschen zweiter Klasse." Robert Kurz, "Der Krieg gegen die Juden" 2009

Diese Plattform ist ein Zusammenschluss parteiunabhängiger und autonomer linker Gruppen und Personen in Bayern.

Sonntag, 31. Juli 2011

Umstandslose Antiimperialisten

Chris Sedlmair, KV DIE LINKE.Dachau 
Unter dem Titel "Mutmaßliches Linke-Mitglied posiert mit Waffen und droht gegen Zionisten" hat der Journalist Patrick Gensing in seinem bekannten Blog NPD-Blog.info ein Thema aufgegriffen, dass die bayerische Linke konsequenzlos seit Jahren toleriert. Auch wir hatten bereits darüber berichtet. 

Das Blog "Lafontaines Linke" berichtete: " dass „eine Gruppe von Linkspartei-Mitgliedern aus Berlin, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern“ gegen zwei Mitglieder der Linken Parteiausschluss-Anträge vorbereitet. Das Magazin nennt die beiden „westdeutsche Sektierer“, es soll sich um den Duisburger Ratsherren Hermann Dierkes und Chris Sedlmair aus Dachau handeln. 

Zumindest der Ausschlussantrag gegen Dierkes ist wohl vom Tisch, wie das Blog "Ruhrbarone" berichtet:
“Nach Auskunft von Katharina Schwabedissen, der Landessprecherin der Linkspartei in NRW, wird es kein Parteiverfahren gegen Hermann Dierkes geben: ‘Der Antragsteller hat seinen Antrag zurückgezogen.’ Nach Informationen dieses Blogs wurde er zudem für seine Vorgehensweise gerügt. Über den Inhalt einer Aussprache mit Dierkes sei zudem Stillschweigen vereinbart worden."

Gensing weiter: 

"Der Israel-Hasser Sedlmair äußert sich zudem weiter zur Strategie der Linkspartei. So kommentierte er erst am 25. Juli 2011 einen Artikel auf “Lafontaines Linke” – und forderte einen “3. Weg”:
DIE LINKE als Partei sollte schnellstmöglich wieder zum Lafontainschen erfolgsmodelll zurückkehren, tabus der politischen Kultur brechen. Themen selbst setzen auf Populisitsche Weise. Die Bedenkenträger auf die Hinterbank schicken und asich nicht mit SPD und Grünen einlassen und sich korrumpieren lassen. Nur mit dem Aufbau eines dritten politischen, und zwar antagonistischen Pols jenseits von Rot-Grün und Schwarz-Gelb kommen wir wieder auf die Erfolgsspur.
Gegen “Fremdarbeiter” und Zionisten – so könnte für Sedlmair das neue Erfolgsrezept der Linken wohl aussehen. Forderungen, die auch von der NPD stammen könnte."
Oder eben vom Original, der linken Ikone Oskar Lafontaine. Jörg Lau von der ZEIT schrieb bereits 2005 (sic!) über Lafontaine:
“Warum haben wir keinen Haider, keinen Le Pen, keinen Pim Fortuyn? Haben wir wirklich keinen? Oder ist er bloß schwer zu erkennen, weil er als Linker unter dem Schutz seiner Gutmenschen-Legitimation agiert?" Quelle: http://www.zeit.de/2005/26/Spr_9fche
Nicht umsonst hat OL diese Affinität zu VertreterInnen des trotzkistischen Netzwerkes Marx21.Ebenso offenbarte OL 2006 ein erstaunliches Wissen über gesellschaftliche Zusammenhänge und Wunschpartner, als er schrieb:
“Es gibt Schnittmengen zwischen linker Politik und islamischer Religion: Der Islam setzt auf die Gemeinschaft, damit steht er im Widerspruch zum übersteigerten Individualismus, dessen Konzeption im Westen zu scheitern droht. Der zweite Berührungspunkt ist, dass der gläubige Muslim verpflichtet ist zu teilen.
Die Linke will ebenso, dass der Stärkere dem Schwächeren hilft. Zum Dritten: Im Islam spielt das Zinsverbot noch eine Rolle, wie früher auch im Christentum. In einer Zeit, in der ganze Volkswirtschaften in die Krise stürzen, weil die Renditevorstellungen völlig absurd geworden sind, gibt es Grund für einen von der Linken zu führenden Dialog mit der islamisch geprägten Welt.”
http://www.linksfraktion.de/im-wortlaut/wir-koennen-nicht-warten-bush-etwas-merkt/
Quasi habe die islamischen Länder den Kapitalismus und seine Eigentumsverhältnisse abgeschafft, es hat nur niemand gemerkt. Das Nichtvorhandensein legaler kommunistischer Parteien und Gewerkschaften in vielen islamischen Staaten könnte eben darauf zurückzuführen sein, dass dort bereits der Kommunismus verwirklicht ist, und kein Bedarf an solchen Organisationen mehr besteht.
Auch mit der Verfassungstreue und der unverletzlichen Würde jedes einzelnen Menschen und dem Folterverbot hat es Lafontaine nicht so.
Im Falle des - inzwischen rechtskräftig verurteilten – Frankfurter Polizeivizepräsidenten Taschner sagte er: „Ich würde es als Katastrophe für den Rechtsstaat ansehen, wenn dieser Beamte bestraft würde, denn nach meiner Auffassung hat er nach elementarsten sittlichen Geboten unseres Rechtsstaats gehandelt." Man könne nicht „ein unschuldiges Kind qualvoll krepieren lassen, nur weil man sich auf formale Verfassungsartikel beruft". 
Zwar sei Folter gesetzlich verboten, jedoch gebe es „immer Situationen im Leben, wo der Verweis auf Gesetze oder das Beharren auf Prinzipien nicht weiterhilft." (Die Welt v. 18.05.2004)
Die NPD-Forderung nach "Todesstrafe für Kinderschänder" ist hier problemlos anschlussfähig. 
"Antiamerikanismus, Israel-Obsession, Gemeinschaftsideologie, Geschimpfe gegen gierige »Eliten« – alles inklusive im Angebot des Spitzenkandidaten. Lafontaines Projekt 8 Prozent hat erstaunliche Ähnlichkeiten mit Möllemanns Projekt 18….() Oskar Lafontaine hat verstanden, dass der Populismus in Deutschland aus historischen Gründen nur Chancen hat, wenn er sich einen linken Anstrich gibt und doch hemmungslos das ganze Spektrum extremistischer Ansichten bedient.” Quelle: http://www.zeit.de/2005/26/Spr_9fche

Samstag, 30. Juli 2011

"... a considerable Jewish problem"

VON THOMAS VON DER OSTEN-SACKEN

Dass einige Antisemiten von sich behaupten, den Zionismus zu unterstützen, ist keineswegs neu. Schon in den 20er Jahren gab es unter Völkischen und Nazis  eine Strömung, die offen mit der zionistischen Bewegung sympathisierte: Man habe ein Judenproblem, wenn sie sich zu assimilieren versuchten, eine Staatsgründung in Palästina dagegen könne durchaus eine Lösung sein. Schließlich waren auch nicht alle Nazis erklärte Befürworter der Endlösung, bis Ende der 30er Jahre kursierten noch immer Pläne für eine Deportation der Juden etwa nach Madagaskar. Einig dagegen waren sich alle, dass die Assimilation auf jeden Fall rückgängig gemacht werden müsse, zerstörten und zersetzen die Juden doch Gesellschaft und Staat.
Dass sie Unterstützung ausgerechnet von Antisemiten erhielten ist eine der Tragödien des Zionismus, dessen Gründungsväter schließlich früh erkannt hatten, dass Antisemitismus nicht mit der Moderne verschwinde, sondern sich lediglich transformiere und sogar bösartiger werde. Sie hielten den Judenhass für eine Invariante, der einzig mit Schaffung einer „nationalen Heimstätte“ zu begegnen sei. Glaubten einige damals noch mit solch nationaler Normalisierung könne man auch die Wurzeln des Antisemitismus bekämpfen, setzten die Pessimisten (die leider zugleich die Realisten waren) auf  Eigenstaatlichkeit, die eben Souveränität und damit auch die Möglichkeit bewaffneter Verteidigung einschloss. Über die Jahre hinweg gab es immer eine Fraktion der europäischen Antisemiten, die das zionistische Projekt durchaus mit gewissen Sympathien begleitete und dabei weiter das Problem der assimilierten Juden thematisierte, die doch besser nach Israel auswandern sollten. Denn die Juden waren es in ihren Augen, die in Psychoanalyse, Sexualwissenschaft, Ökonomie und Philosophie dominierten und mit ihren revolutionären und zersetzenden Schriften das Abendland schwächten und zerstörten.
Mit ungebrochenem Hass denunzierten sie dagegen vor allem die USA, in denen angeblich jüdische Finanziers die Weltherrschaft anstrebten, überhaupt sei Amerika ein Land der Rassenvermischung und sexuellen Freizügigkeit, dominiert von Konsumismus und Oberflächlichkeit.
Neu ist dagegen seit einiger Zeit, dass europäische Rechtsparteien Israel als vermeintlichen Alliierten im Kampf gegen die islamische Bedrohung entdecken und den jüdischen Staat ins Abendland eingemeinden wollen (Abendland wohlgemerkt immer als Kampfbegriff nicht nur gegen den Islam, sondern auch den als Sinnbild angloamerikanischer Dominanz abgelehnten Begriff des Westens). Entsprechend liest sich auch die sog. Jerusalemer Erklärung von Schwedenpartei, FPÄ et. al..
In dieser Tradition steht der Massenmörder Andreas Breitvik, der in seinem Manifest allerdings nicht, wie die Autoren der Jerusalemer Erklärung, allen Israelis ein “Recht auf Heimat” zugesteht, sondern nur nationalistische Israelis voll und ganz unterstützt und am liebsten heute alle arabischen Israelis deportieren würde, zugleich den USA aber ein echtes Judenproblem attestiert:
(Warum es in Westeuropa mit Ausnahme von Frankreich und England keinJudenproblem gibt, verschweigt er an dieser Stelle vorsichtshalber, ohne Auschwitz jedenfalls gäbe es auch hier ein “considerable Jewish problem")
There is no Jewish problem in Western Europe (with the exception of the UK and France) as we only have 1 million in Western Europe, whereas 800 000 out of these 1 million live in France and the UK. The US on the other hand, with more than 6 million Jews (600% more than Europe) actually has a considerable Jewish problem.
Breitvik teilt, wie alle anderen Antisemiten auch, die Welt in gute und böse Juden ein. Böse sind, wie könnte es anders sein, die assimilierten Juden, oder in seinen Worten die Marxisten/ Multikulturalisten, die ebenso in Europa, den USA wie auch in Israel selbst leben:
Were the majority of the German and European Jews disloyal? Yes, at least the so called liberal Jews, similar to the liberal Jews today that oppose nationalism/Zionism and support multiculturalism. Jews that support multiculturalism today are as much of a threat to Israel and Zionism (Israeli nationalism) as they are to us. So let us fight together with Israel, with our Zionist brothers against all anti-Zionists, against all cultural Marxists/multiculturalists….So, are the current Jews in Europe and US disloyal? The multiculturalist (nation-wrecking) Jews ARE, while the conservative Jews ARE NOT.  Aprox. 75% of European/US Jews support multiculturalism while aprox. 50% of Israeli Jews does the same. This shows very clearly that we must embrace the remaining loyal Jews as brothers rather than repeating the mistake of the NSDAP. Whenever I discuss the Middle East issue with a national socialist he presents the anti-Israeli and pro-Palestine argument. He always seem unaware of the fact that his propaganda is hurting Israeli nationalists (who want to deport the Muslims from Israel) and that he is in fact helping the Israeli cultural Marxists/multiculturalists with his argumentation.
Breitvik erfindet den israelischen Nationalisten, der, wie er selbst zugibt, eine Minderheit ausmacht, um ihn im Kampf gegen Muslime und Marxisten zu unterstützen. Alle anderen Juden aber müssen (wie die entsprechenden Nichtjuden auch), so sie Marxisten sind, exekutiert werden, oder gehören, fallen sie unter die Definition liberale Multikulturalisten, ghettoisiert. Da gibt es leider keine Ausnahmen.
Wer so nach der Loyalität von Juden fragt und im selben Atemzug zum Kampf gegen Liberale und Marxisten aufruftsteht in der schrecklichsten Tradition des deutsch-europäischen Antisemitismus. Ihn einen Freund Israels zu nennen oder gar als pro-zionistisch zu bezeichnen, kann nur, wer entweder über keinerlei Begriff von Antisemitismus verfügt oder aber übelste Demagogie betreiben will.

Donnerstag, 28. Juli 2011

Norwegens Botschafter in Israel erklärt Terror

JERUSALEM (JTA) -- Norway's ambassador to Israel drew distinctions between the Oslo and Utoya massacres and Palestinian terrorism.

Svein Sevje said in an Israeli newspaper interview Tuesday that while the Norwergian bomb and gun rampages that killed 76 people and Palestinian attacks should both be considered morally unacceptable, he wanted to "outline the similarity and the difference in the two cases."

Palestinians, the ambassador told Maariv, "are doing this because of a defined goal that is related to the Israeli occupation. There are elements of revenge against Israel and hatred of Israel. To this you can add the religious element to their actions."

"In the case of the terror attack in Norway, the murderer had an ideology that says that Norway, particularly the Labor Party, is forgoing Norwegian culture," Sevje said, referring to suspect Anders Breivik, a Christian nativist who is opently anti-Islam and anti-immigration.

Unlike European Union states, Norway has engaged Hamas and often been fiercely critical of Israel, to Jerusalem's dismay.

While Sevje voiced sympathy for Israeli terror victims, having experienced "the inferno" of such attacks during his posting, he saw little chance of Norway reviewing its Middle East policies.

"We Norwegians consider the occupation to be the cause of the terror against Israel," he said. "Those who believe this will not change their mind because of the attack in Oslo."

He added, "Can Israel and the Palestinians solve the problems without Hamas? I don't think so."

http://www.jta.org/news/articl​e/2011/07/26/3088704/envoy-com​pares-terror-in-israel-norway

Freitag, 22. Juli 2011

Islamophobie- Kampfbegriff gegen Islamkritik?



Dienstag, 13. September · 19:00 - 22:00

Freizeitzentrum Frankenhof
Südliche Stadtmauerstr. 35
Erlangen
91054

Beginn 19 Uhr im Raum 20

Referent: Klaus Blees;
Kompetenzzentrum Islamismus der Aktion 3.Welt Saar
http://www.a3wsaar.de/


Schwere Zeiten für Kritiker des politischen Islam. Wer Zwangsheirat und
Kopftuchzwang in muslimischen Familien ablehnt, sieht sich gerne dem
Vorwurf der „Islamophobie“ und des „antimuslimischen Rassismus“
ausgesetzt.

In dem Vortrag geht es um Fragen wie:
Warum wird einerseits säkulare, emanzipatorische Kritik an islamisch
begründeten Unterdrückungsstrukturen und Menschenrechtsverletzungen
tabuisiert und auf der anderen Seite der Blick auf ordinären Rassismus und
ordinäre Fremdenfeindlichkeit, die sich auch, aber nicht nur gegen Muslimerichten, durch deren Umdefinition zum "antimuslimischen Rassismus"
vernebelt?

Ist der Islam mit der Aufklärung – zum Beispiel den individuellen Freiheitsrechten – vereinbar?
Gibt es einen eigenständigen islamischen Antisemitismus?

In der anschließenden Diskussion soll der Unterschied zwischen linker,
aufgeklärter Islamkritik und rechtspopulistischer Moslemfeindschaft näher
beleuchtet und überlegt werden, wie den massiver werdenden Versuchen,
Kritiker mundtot zu machen, begegnet werden kann. Thematisiert wird auch
die oft unterschlagene Tatsache, dass der Islam in der äußersten Rechten
mehr Freunde als Feinde hat.

Der Referent arbeitet mit im Kompetenzzentrum Islamismus der Aktion 3.Welt
Saar. Dort werden Know-how gebündelt, Veranstaltungen organisiert,
Initiativen vernetzt und Expertisen veröffentlicht wie zum Beispiel die
vierseitige Flugschrift "Bye bye Multikulti – es lebe Multikulti" (Auflage:
100.000)

Er schreibt u.a. in der „Konkret“,der „Jungle World“ und in der
Quartalszeitschrift "Materialien und Informationen zur Zeit" (MIZ) aus dem
Alibri-Verlag. MIZ ist seit über 30 Jahren das politische Magazin für
Konfessionslose und AtheistInnen, FreidenkerInnen, HumanistInnen und
SkeptikerInnen, Ungläubige aller Art.

Die Veranstaltung findet statt im Rahmen des Projektes „Islamismus zurückdrängen – Menschenrechte wahren“. Dieses Projekt wird aus Mitteln des Europäischen Flüchtlingsfonds kofinanziert.

Veranstalterinnen:

Aktion 3.Welt Saar,
http://www.a3wsaar.de/

Haskala Bayern,
http://haskala-bayern.blog​spot.com/

Linksjugend ´solid Bayern (Landesarbeitskreis Shalom)
http://shalom-bayern.blogs

Freitag, 15. Juli 2011

"NAHOST im UMBRUCH"

Vortrag von Ulrich Sahm - Journalist, Buchautor und Nahost-Korrespondent deutscher Medien mit Sitz in Jerusalem (www.usahm.de) - am 8.Juli 2011 im Juedischen Museum "Dr Bamberger Haus" in Rendburg bei Kiel.





Sonntag, 10. Juli 2011

Christian "ChrisMan" Sedlmair, KV DIE LINKE Dachau

Bundestagskandidat DIE LINKE.Bayern a.D.





Samstag, 9. Juli 2011

Veranstaltungsbericht aus Erlangen

"Das iranische Regime, der arabische Aufbruch und die Bedrohung Israels"

Auf Einladung mehrerer linker Gruppen aus Erlangen und Bayern referierte Stephan Grigat, Lehrbeauftragter für Politikwissenschaft an der Universität Wien und Autor mehrerer Bücher vor mehr als 80
interessierten Zuhörern im großen Saal der VHS  über die wirtschaftlichen und politischen Verflechtungen zwischen dem Iran und anderen Staaten. In dem Vortrag wurden Charakteristika der islamischen Diktatur aus Ajatollahs und Pasdaran skizziert und die Bedrohungssituation für die Staaten im Nahen Osten, insbesondere Israel, dargestellt. Die deutsche Unterstützung für das Regime in Teheran wurde ebenso beleuchtet wie die globale Bündnispolitik von Ahmadinejad und Khamenei. Zudem war die Bedeutung der aktuellen Entwicklungen in den arabischen Ländern für die Sicherheit Israels einerseits und die Expansionsbestrebungen des iranischen Regimes andererseits ein wichtiges Thema. 

In der anschließenden Diskussion wurde die aktuelle Entwicklung wie der Panzerverkauf an Saudi-Arabien, die Rolle der Banken bei der Umgehung der UN-Sanktionen ebenso beleuchtet, wie Rolle des Siemenskonzerns bei der Ausrüstung iranischer Atomanlagen und de Lieferung von Telekommunikations-Überwachungsgeräten zur Verfolgung der iranischen Opposition. Die von Nokia Siemens Network entwickelte Technik kann Datenpakete in Sekundenbruchteilen öffnen, den Inhalt durchsuchen und weiterreichen. Diese Überwachung spielte eine wesentliche Rolle bei der blutigen Niederwerfung der iranischen Protestbewegung 2009.

Besonders erfreulich war die rege Teilnahme exiliranischer Diskutanten. Auch nach zweieinhalb Stunden waren nicht alle Fragen erschöpfend beantwortet, die Anwesenden konnten aber viele neue Informationen und Denkanstöße mitnehmen.




Hier gehts zum Veranstaltungsmitschnitt, die ersten Minuten mit der Einführung sind etwas leise, der Vortrag ist deutlich hörbar: ->>>