Was?

"Die Linke machte einmal den Fehler anzunehmen, daß sie ein Monopol auf Antikapitalismus hätte; oder umgekehrt: daß alle Formen des Antikapitalismus zumindest potentiell fortschrittlich seien. Dieser Fehler war verhängnisvoll – nicht zuletzt für die Linke selbst.” Moishe Postone, 1974

"Neofaschistische Strömungen in aller Welt gehen... mit dem antisemitischen islamistischen „Widerstandskampf“ konform, obwohl sie gleichzeitig rassistische Stimmungen gegen Migranten aus den islamischen Ländern schüren. Auch große Teile der globalen Linken begannen umstandslos die Glorifizierung des alten „Antiimperialismus“ auf die islamistischen Bewegungen und Regimes zu übertragen. Das kann nur als ideologische Verwahrlosung gekennzeichnet werden, denn der Islamismus steht gegen alles, wofür die Linke jemals eingetreten ist; er verfolgt jedes marxistische Denken mit gnadenloser Unterdrückung und Folter, er stellt Homosexualität unter Todesstrafe und behandelt die Frauen als Menschen zweiter Klasse." Robert Kurz, "Der Krieg gegen die Juden" 2009

Diese Plattform ist ein Zusammenschluss parteiunabhängiger und autonomer linker Gruppen und Personen in Bayern.

Donnerstag, 23. Juni 2011

Musikpiraten adden Terrorpaten

Die Musikpiraten e.V., ein der Piratenpartei nahestehender Verein zur "Förderung freier Kultur mit Schwerpunkt Musik als künstlerischem Ausdrucksmittel" möchte dieses Ziel zusammen mit dem DKP-nahen Deutschen Freidenker-Verband ("Lang lebe die Libysch-Arabische Dschamahirija!") und der in linken Kreisen als "nationalbolschewistisch" bezeichneten "junge Welt" umsetzen. 


1. Vorsitzender der Musikpiraten e.V. ist Christian Hufgard, ebenfalls Mitglied der Piratenpartei. Mittel zum Zweck ist im August ein Konzert in Frankfurt a.M., bei dem der US-amerikanischen Sänger und Liedermacher David Rovics auftreten soll.




Rovics, der in einem Interview mit der "Tehran Times" (eine regimetreue Zeitung im Iran) für "strong anti-Zionist, anti-Imperialist feelings" gelobt wird, unterstützt Terrororganisationen wie die "Volksfront zur Befreiung Palästinas", die keineswegs so erheiternd unfähig ist, wie im "Life of Brian" geschildert.  Die EU führt die Organisation auf ihrer Liste der Terrororganisationen. Rovics tritt auf Veranstaltungen auf, bei denen " durch T-Shirt-Verkauf Gelder für die Befreiungsbewegung gesammelt werden."


Wie schnell gerade im Musikbereich zwischen "rinks und lechtst" gewechselt werden kann, machte unlängst der ex-linke Rapper Makss ("Ich leite Giftgas lyrisch in Siedlungen die jüdisch sind") Damage klar, als er als antizionistischer, antiimperialistischer SDAJ-Kämpfer den Zug nach rechts nahm, und dort nun als antizionistischer, antiimperialistischer Kämpfer tätig ist.


Gleichfalls problematisch ist der nächste antizionistische Schlagerstern, die Band "Die Bandbreite". Vor wenigen Wochen, am 10. Juni erst, war "Die Bandbreite" Gaststar auf einer Veranstaltung die vom Jugendverband der rechtspopulistischen Schweizer Volkspar tei (SVP) unterstützt wurde. Sie lieferte den musikalischen Rahmen für die Vorträge der Schweizer Nationalräte Pirmin Schwander und Lukas Reimann (beide SVP). Die SVP machte mit der sogenannten "Ausschaffungsinitiative" und anderen ausländerfeindlichen Aktionen von sich reden.


Nach heftigen Protesten durch die Antifa, die den Texten der Band "sexistische, antisemitische und NS-relativierende Inhalte" bescheinigt, wurde der Auftritt auf dem DKP-Pressefest aus Furcht vor öffentlichen Protesten aus linken Kreisen schweren Herzens abgesagt. Ein Vorgang, der wiederum den "Freidenkern" nicht gefällt:
"Erst einladen, dann dem Druck der zionistischen Radaubrüder nachgeben, das ist ein fatales Signal."


Bezeichnenderweise kommt hinzu, dass im Januar 2011 Wolfgang Dudda, Mitglied des Bundesvorstands der Piratenpartei und aktiv bei "Piraten gegen Rechts", seinen vorläufigen Rückzug aus dem Bundesvorstand verkündete. Grund: "seit über einem Jahr ausstehende Parteiausschlusverfahren gegen den Rechtspopulisten und Holocaustleugner Bodo T." Gnade für Gedankenverbrecher, heißt es dann.
Diesen Vorgang Parteischädigend zu nennen, ist schon sehr diplomatisch ausgedrückt. Die Satzung besagt:  "Totalitäre, diktatorische und faschistische Bestrebungen jeder Art lehnt die Piratenpartei Deutschland entschieden ab."  Dass weder DKP (noch der ihnen nahestehende Freidenkerverband) oder Terrororganisationen wie PFLP und deren Supporter wie Rovics auch nur im Entferntesten mit den Idealen der Piratenpartei  kompatibel sind, dürfte wohl ausser Frage stehen.


Da aber die Musikpiraten e.V. ein eigenständiger Verein sind, besteht seitens der Partei nur die Möglichkeit, entsprechend auf ihre Mitgliedschaft einzuwirken um diesen Vorgang zu überdenken. Sehr bedenklich ist die Entwicklung, dass offenbar linke und rechte Antizionisten nun in der gleichen Partei eine Heimat gefunden haben, und damit die Anschlussmöglichkeiten an beide extreme Ränder vorhanden sind.
Die Parteibasis und auch die Führung ist hier gefordert, in beiden Fällen klare Kante zu zeigen. Dass Schweigen nicht funktionieren wird, zeigt aktuell die fast existentielle Krise der Partei DIE LINKE, die mit  identischen Problemen zu kämpfen hat.


Der Schoß ist fruchtbar noch...

Update 1:
Hinweis von Elke: "Die Piratenpartei Hessen und der Culex-Verlag, in dem unter anderem das Bandbreite-Buch "Die Wahrheit sitzt im Backstage" erschienen ist (http://www.culex-verlag.de/lyrik-verlag.html) betreiben gemeinsam die - wenn auch mittlerweile leicht eingeschlafene Aktion "Freiheitsgedanken" (http://www.freiheitsgedanken.net/)...

Hinweis von Martin: "Die im Artikel benannte Ausladung der Band "Die Bandbreite" vom "UZ-Pressefest" war gar keine wirkliche Ausladung. Statt des Auftritts wird es nämlich, an gleicher Stelle, eine Diskussionsrunde mit der Band geben. In einer Erklärung des Parteivorstandes wird von einer "'antideutschen' Kampagne" schwadroniert und die Band in Schutz genommen: http://reflexion.blogsport.de/2011/06/23/verschwoerungsrapper-auf-dem-pressefest-ii/"

Danke dafür!

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